Eduard Albert

Eduard Albert wurde als Sohn eines Uhrmachers in Senftenberg bei Königkrätz (Hradec Kàlovc in Ostböhmen) am 20.1.1841 geboren. Er studierte in Wien, promovierte mit 25 Jahren (1867), erhielt seine chirurgische Ausbildung bei Johann Frh. von Dumreicher (1815-1880) und habilitierte 5 Jahre später,  wo er bis 1881 blieb. Dann erhielt er den Ruf nach Wien und leitete - in der Nachfolge seines Lehrers Johann v. Dumreicher die Wiener I. Chirurgische Klinik (1881-1900). Dort folgte ihm Frhr. von Eiselsberg (1901-1931). Sein Spezialgebiet war die Orthopädie und er wurde auf eine Empfehlung von Rokitansky hin der Nachfolger des Karl Wilhelm Ritter von Heine in Innsbruck, bereits ein Jahr nach der Habilitation. Dort wurde er zum Anhänger Listers und führte dessen Methoden der Antiseptik ein. Albrecht war ein sehr schöpferischer Chirurg, in seiner Innsbrucker Zeit entstand ein vierbändiges Lehrbuch der Chirurgie. 1881 wurde er Ordinarius der I. Chirurgischen Universitätsklinik in Wien. Obwohl sein Herz der Orthopädie gehörte und er als Schöpfer der österreichischen Orthopädie gilt ( der Ausdruck Achillodynie als Ausdruck für eine Abnützungserkrankung der Achillessehne und ihrer Ansatzzone geht auf ihn zurück), war sein Interesse doch weit gefächert. Er führte die erste Jejunostomie, die erste Nephrektomie und Ovarektomie in Österreich aus. Er versuchte die erste Nerventransplantation. Auch die ersten Blutdruckmessversuche mit einem sog. Kymographion gehen auf seine Rechnung. Er starb im Jahre 1900 - erst 59 Jahre alt - in seiner Heimat und wurde in ein Ehrengrab in Wien überführt. Sein Schüler Adolf Lorenz übernahm seine orthopädisch-chirurgische Tradition und wurde zum "Vater der Orthopädie" mit seinem modellierendenden Redressment des Klumpfußes, mit der Einrenkung und konservativen Behandlung der kongenitalen Hüftgelenksluxationen, Methoden, die die bis dahin blutigen Verfahren in der ganzen Welt ablösten.

Die Wiener Medizinische Schule, 449-454 u. Tragl Karl Heinz: Chronik, 69f