Chirurgische Endoskopie

Spezialsprechstunde:
Mo - Fr 08.00 - 14.00 Uhr
Tel. +43 (0)50 504 50010

In der Spezialsprechstunde diganostizieren und behandeln wir Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege und der Luftwege mit Hilfe der Endoskopie (Spiegelungen)    

An unserer Universitätsklinik bieten wir das gesamte Spektrum der modernen diagnostischen und therapeutischen (interventionellen) Endoskopie an. Dieses Spektrum reicht von der sogenannten Vorsorge-Untersuchung (Darm- und/oder Magenspiegelung) bis zu komplexen endoskopischen Eingriffen an den Gallenwegen oder endoskopischen Operationen von geeigneten Tumoren im Magen-Darm-Trakt. Die sogenannten Routine Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelung werden standardmäßig in Sedierung, d.h. mit einer „Schlafspritze“, durchgeführt,  die (therapeutischen) Interventionen in der Regel in Vollnarkose. Darüber hinaus beherbergt unsere chirurgische Endoskopie auch eine modernst ausgestattete Funktionsdiagnostik des Magen-Darmtrakts. Hier werden unter anderem Patienten mit Refluxbeschwerden („Sodbrennen“) ergänzend zur Magenspiegelung abgeklärt, um einen für den einzelnen Patienten maßgeschneiderten Therapieplan entwickeln zu können. Mit endoskopischen Verfahren ist es möglich, geeignete Engstellen oder Tumoren im Bereich des Magen-Darm-Trakts zu behandeln oder  Ernährungssonden (PEG) zu legen unter Vermeidung eines (großen) chirurgischen Eingriffs. Die chirurgische Endoskopie in Innsbruck blickt auf eine jahrzehntelange Tradition zurück, so wurde etwa die ERCP bereits 1973 bei uns eingeführt. Als stellvertretendes Beispiel für hier im Laufe der Zeit entwickelte minimal invasive Behandlungsmethoden sei die endoskopische Entfernung von in den Magen gewanderten verstellbaren Magenbändern genannt, an Stelle einer Bauchoperation.

Heute stehen uns folgende diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Ösophagogastroduodenoskopie (kurz Gastroskopie oder Magenspiegelung): zur Abklärung von Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm und oberem Dünndarm
  • Koloskopie (Dickdarmspiegelung) zur Abklärung des gesamten Dickdarms und des Endes des Dünndarms
  • Sigmoideoskopie Spiegelung des Teiles des Dickdarms vor dem Mastdarm
  • Rektoskopie ( Mastdarmspiegelung) für den untersten Teil des Dickdarms(Mastdarm)
  • Enteroskopie (Dünndarmspiegelung) zur Untersuchung großer Teile des Dünndarmes
  • Kapselendoskopie eine weitere Möglichkeit zur Abklärung des  Dünndarm, wobei eine kleine Kamera in der Größe einer Bohne verschluckt wird
  • ERCP (Abkürzung für Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pankreaticographie) zur Darstellung der ableitenden Gallen- und Pankreasgänge  
  • Cholangioskopie zur zusätzlichen direkten Inspektion der Gallenwege entweder durch perkutane Punktion über die Leber, rein endoskopisch über die Papille oder intraopertiv bei eröffneten Gallenwegen.
  • Tracheo-Bronchoskopie zur Abklärung der Luftwege 
  • Endosonographie zur weiteren Abklärung von Veränderungen durch Ultraschall direkt vom Inneren der Verdauungswege aus

Mittels spezieller Untersuchungstechniken wie der Chromoendoskopie und Zoomendoskopie wurde das diagnostische Spektrum in letzter Zeit erweitert. Die Diagnostik von Helicobacter pylori wird mittels Atemtest, Urease-Schnelltest, histologischen und mikrobiologischen Untersuchungen mit Resistenzbestimmung durchgeführt. Zur Funktionsdiagnostik von Motilitätsstörungen von Speiseröhre, Magen und Mastdarm wird die Manometrie (Ösophagusmanometrie, antroduodenale Manometrie, Anomanometrie) durchgeführt, in der Speiseröhre zusätzlich die Impedanzmessung sowie die 24-h-pH-Metrie für den sauren und die Bili-tec-Untersuchung für den galligen Reflux.

Übersicht interventionelle Endoskopie 

>Ziel: Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege und der Luftwege mittels über Endoskope(Spiegelgeräte) eingebrachten Instrumenten, mit denen dort operative Eingriffe ohne chirurgische Zugangswege durchgeführt werden. 
Blutstillungsmöglichkeiten durch Einspritzen von verschiedenen Substanzen (z.B. Äthoxysklerol, Fibrin, Histacryl) oder durch Applikation von Gummiringen (banding), Klipp oder Endoligaturen,
Polypektomie zur Abtragung gutartiger Neubildungen vor allem zur Tumorprophylaxe
Endoskopische Mukosaresektion (EMR) und endoskopische Submukosedissektion (ESD): zur Abtragung flächenhafter, vor allem präkanzerösen Veränderungen
Fremdkörperentfernung von verschluckten oder eingeführten Fremdkörpern
PEG und PEJ (perkutane endoskopische Gastrostomie und Jejunostomie) zur Ernährung schluckgestörter und mangenernährter Patienten und zur Verabreichung von Medikamenten über den Magen hinaus
Bougierung und Dilatation zur Erweiterung von gut- und bösartigen Engstellen
Stent- und Tubusimplantation zur Überbrückung krankhafter gut- und bösartiger Bereiche
LASER-Applikation zur Behandlung von Blutungen und bösartigen Engstellen
Papillenspaltungen,  Gallengangsteinentfernungen,  Drainagen und Stentapplikationen werden im Rahmen der ERCP in Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen durchgeführt.

Im Rahmen der Behandlung der krankhaften Adipositas werden intragastrale Ballons gelegt und mittels eines endoskopischen Bandcutters intragastral teilmigrierte Magenbänder entfernt, eine Technik, die bei uns entwickelt wurde. Im Erprobung stehen verschiedene endoskopische Nahtinstrumente für den Einsatz in der NOTES-Technik (Natural Orifice Translumenal Endoscopic Surgery), eines minimal invasiven Zugangs in den Bauchraum durch natürliche Körperöffnungen.

Gastroskopie/Koloskopie (Magen-/Darmspiegelung)

Über die häufigsten Fragestellungen hinaus, wie der endoskopischen Abklärung von Magen-/Darmbeschwerden, wird der gesamte Bereich der Diagnostik abgedeckt, von der Vorsorgeuntersuchung bis hin zur Abklärung sehr spezieller Fragestellungen, z. B. Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

ERCP (Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pankreatikografie)

>Anders als die Bezeichnung vermuten ließe, stellt dieses Verfahren nach heutiger internationaler Auffassung eine fast ausschließlich therapeutische Endoskopie von diversen Erkrankungen der ableitenden Gallenwege dar. Als wichtigste und häufigste Erkrankung seien Steine im Gallengang genannt, die endoskopisch-interventionell auf diese Weise behandelt (entfernt) werden. Die Abklärung im Hinblick auf Gallengangserkrankungen erfolgt an unserer Klinik in erster Linie mit einer schonenden radiologischen Methode, der Kernspintomografie

Endosonografie

Diese stellt eine moderne sowohl diagnostische als auch therapeutische Form der Endoskopie dar. Hier wird (meist) vom Magen oder Dickdarm aus eine Ultraschalluntersuchung verschiedener innerer Organe durchgeführt. Darüber hinaus ermöglicht diese Methode auch die minimal-invasive Behandlung verschiedener komplexer Krankheitsbilder etwa der Bauchspeicheldrüse.

Endoskopische Spezialverfahren

Die Enteroskopie dient in erster Linie der Diagnostik von diversen Dünndarmerkrankungen. Mittels der Bronchoskopie können endoskopisch die Luftröhre und das Bronchialsystem erreicht und gegebenenfalls auch therapeutische Eingriffe durchgeführt werden.