Paul Huber

Paul Huber, von 1956 bis 1971 Vorstand der Chirurgischen Universitätsklinik Innsbruck, starb am 30. Dezember 1975.
Am 28. Februar 1925 promovierte er an der Universität Innsbruck. Seine berufliche Ausbildung zum Chirurgen erfolgte am Pathologisch-anatomischen Institut der Universität Wien unter Prof. Maresch, an der IV. Medizinischen Abteilung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses unter Hofrat Kovács und ab 1. Januar 1927 als Assistent an der Chirurgischen Universitätsklinik Innsbruck unter Prof. Ranzi. 1928 wurde er an das German Hospital in London (Chefarzt Dr. Rast) für ein Jahr delegiert. Die weitere chirurgische Ausbildung bekam Huber wiederum an der Chirurgischen Universitätsklinik Innsbruck bis zum Sommer 1932, im Herbst 1932 folgte er dem nach Wien zum Vorstand der I. Chirurgischen Universitätsklinik berufenen Lehrer Prof. Ranzi als Assistent an die Wiener I. Chirurgische Klinik.

1937 habilitierte sich Huber für das Fach Chirurgie. Nach dem Ausscheiden Prof. Ranzis im Jahre 1938 blieb Huber bis zum Kriegsende Assistent der Klinik unter Prof. Schönbauer. Im Mai 1945 wurde er zum Vorstand der Chirurgischen Abteilung am Kaiserin Elisabeth-Spital in Wien ernannt. Noch im gleichen Jahr verlieh ihm die Wiener Medizinische Fakultät den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors.
1956 wurde Huber als Nachfolger Prof. Breitners zum Vorstand der Chirurgischen Universitätsklinik Innsbruck berufen. Mit der Übernahme der Innsbrucker Lehrkanzel ergab sich die zwingende Aufgabe, die Inangriffnahme, Errichtung und Vollendung des Neubaues der Chirurgischen Universitätsklinik voranzutreiben. Daneben hatte er die mit dem Amt des Klinikvorstandes verbundenen Pflichten als Arzt, Wissenschafter und Lehrer wahrzunehmen. Wer Huber kannte weiß, dass er allen diesen Pflichten mit äußerster Gewissenhaftigkeit nachkam. Die Eröffnung der neuen, der größten chirurgischen Klinik Österreichs im Dezember 1968 war die Krönung seines beruflichen Lebenswerkes.

In weiterer Verfolgung der Ideen Breitners hatte Huber schon in den vorangegangenen Jahren begonnen, das Fachgebiet der Chirurgie durch Schaffung selbständiger Teilgebiete in Form eigener Lehrkanzeln zu untergliedern. Während seiner Tätigkeit als Vorstand entstand als erstes, selbständiges derartiges Institut in Europa die Anästhesiologie.

Ihr folgten - jetzt in alphabetischer Reihenfolge - Lehrkanzeln für Geriatrische Chirurgie, Neurochirurgie, Nuklearmedizin, Orthopädie, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Unfallheilkunde sowie Urologie. Damit hat er für den deutschsprachigen Raum neue Wege beschritten. Er war der Überzeugung, dass nur die fachliche Anerkennung durch Schaffung eigener Lehrkanzeln die notwendige Entwicklung der Spezialdisziplinen gewährleisten kann. Den inneren Zusammenhalt all dieser Fächer hat er aber immer als unerlässlich angesehen und bewahrt.


aus Acta Chirurgica Austriaca, "Prof. Dr. Paul Huber zum Gedenken"