Thoraxchirurgie

Spezialsprechstunde 
Mittwoch 9.00 bis 15.30
Tel. +43 (0)50 50010

Alle chirurgischen Erkrankungen der Lunge, der Atemwege sowie des Brustfellraumes werden von unserer Arbeitsgruppe abgedeckt. Selbstverständlich gelangen minimal-invasiv-chirurgische Methoden sowie die Roboterchirurgie auch im Thoraxbereich zur Anwendung.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Minimal invasive Operationen, also sogenannte Konopflochoperationen sind für den Patienten schmerzärmer und verkürzen den Krankenhausaufenthalt. Wir sind in Österreich die Abteilung die am meisten Erfahrung mit derartigen Eingriffen im Rahmen der Behandlung von Lungenkrebs hat.  Unserer diesbezüglichen Erfahrung verdanken wir die Einladungen zur aktiven Teilnahme an internationalen Kongressen und Workshops. 2nd International VATS Lobectomy Congress 2010, Edinburgh; Kongress der deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2010, Regensburg; Kongress der deutschen, österreichischen uns Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie D-A-CH 2010, Wien). Im April 2010 haben wir einen vielbeachteten Operationskurs für die minimal invasive Behandlung von Lungenkrebs für Thoraxchirurgen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich abgehalten.

Was ist Lungenkrebs? Unter Lungenkrebs versteht man eine Entartung des Gewebes in verschiedenen Bereichen der Lunge. Dazu gehört nicht nur das Bronchialkarzinom (Krebs des eigentlichen Lungengewebes), sondern auch sehr seltene Krebserkrankungen wie das Mesotheliom (Krebs des Lungenfells). Das Bronchialkarzinom tritt am häufigsten zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr auf und ist nach dem Prostatakarzinom die häufigste Krebsart bei Männern. Rauchen ist in etwa 90 Prozent der Fälle die Ursache für die Entstehung dieser Erkrankung. Der derzeitige Trend zeigt, dass zwar immer mehr Männer das Rauchen aufgeben, dafür aber immer mehr Frauen damit beginnen. Dies schlägt sich in den Statistiken über Neuerkrankungen von Bronchialkarzinomen bei Frauen nieder, in denen Bronchialkarzinome nun bereits an die zweite Stelle nach Brustkrebs vorgerückt ist.  Weltweit ist das Bronchialkarzinom der häufigste Tumor beim Menschen.  Das sehr seltene Mesotheliom wird v. a. durch Asbest verursacht. Da diese Tumorart erst nach etwa 15 bis 50 Jahren nach Exposition entsteht, wird mit einem Erkrankungsgipfel um das Jahr 2020 gerechnet. Wenn Lungenkrebs in einem frühen Stadium behandelt wird ist er heilbar.
Wie entsteht Lungenkrebs? In den meisten Fällen wird Lungenkrebs durch äußere Einflüsse verursacht. Zigarettenrauchinhalation ist für 90 Prozent aller Bronchialkarzinome verantwortlich.
Passivrauchen führt zu einem erhöhten Krebsrisiko. So ist beispielsweise das Lungenkrebsrisiko für Ehepartner von Rauchern bei Frauen um 20 Prozent, bei Männern um 30 Prozent erhöht und steigt mit zunehmender Exposition an. Familiäre Belastung: Personen, bei denen ein Elternteil an einem Bronchialkarzinom erkrankt sind, haben ein zwei bis dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Arbeitsstoffe wie Asbest verursachen Bronchialkarzinome und Mesothliome. Lungennarben stellen auch ein erhöhtes Risiko dar. Sie entstehen z.B. nach Tuberkulose oder Operationen.
Welche Symptome verursacht Lungenkrebs? Im Frühstadium gibt es meist keinen typischen Symptome. Husten ist ein wichtiges Signal, das aber auch für andere Krankheiten wie eine (chronische) Bronchitis sprechen kann. Lungenkrebs wird oft erst festgestellt, wenn hartnäckiger Husten oder Blutbeimengung im Auswurf bemerkt werden. Nur wenige Fälle von Lungenkrebs werden im Rahmen einer Routine-Untersuchung der Lunge zufällig entdeckt. Weitere uncharakteristische Beschwerden sind: Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot oder Fieber. Lungenentzündungen, die nicht auf die Behandlung ansprechen (so genannte therapieresistente Lungenentzündungen) können im Alter über 40 Jahren auf Lungenkrebs deuten. Langwierige, länger als drei Wochen dauernde Hustenattacken bei Rauchern, bei denen Medikamente schlecht wirken
Wie diagnostiziert der Arzt Lungenkrebs? Der Arzt wird zunächst eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchführen. Meist folgt eine Computer-Tomographie (CT) der Lunge.  Erhärtet sich durch all diese Untersuchungen der Verdacht auf Lungenkrebs, wird zusätzlich eine Bronchoskopie  (endoskopische Untersuchung der Bronchien, "Lungenspiegelung") oder eine CT- gezielte Punktion zur Entnahme einer Gewebsprobe durchgeführt. Wenn tumornahe Lymphknoten in der Bildgebung vergrößert sind wird zumeist eine kleine diagnostische Operation (Mittelfeld Spiegelung = Mediastinoskopie) und/oder eine PET Untersuchung (nuklearmedizinische Untersuchung) notwendig.
Wie wird Lungenkrebs behandelt? Die Behandlung des Lungenkrebs ist von der Krebsart und von der Ausdehnung des Tumorleidens abhängig.Falls noch keine nachweisbare Aussaat in Lymphknoten stattgefunden hat, wird das Bronchialkarzinom operiert. Hierbei wird die Krebsgeschwulst zusammen mit einem Stück der gesunden Lunge bzw. einem Lungenflügel entfernt. Die Heilungssaussichten sind in derartigen Fällen sehr gut. Wenn tumornahe Lymphknoten befallen sind, wird zumeist eine kombiniertes Verfahren bestehend aus Chemotherapie und Operation gewählt. Falls sich das Bronchialkarzinom bereits in einem fortgeschrittenerem Stadium befindet, wird es entweder durch Chemotherapie oder Strahlentherapie behandelt. Häufig wird einen Kombination von beiden Therapien (multimodale Therapie) angewandt. Eine spezielle Art des Bronchialkarzinoms, das kleinzellige Bronchialkarzinom, spricht besonders gut auf die Radio-Chemotherapie an und wird daher sehr selten operiert. Gewisse Mesotheliome können operiert werden. In den meisten Fällen ist diese Tumorart aber zu ausgedehnt, um noch operiert werden zu können. Wenn eine vollständige Heilung nicht möglich ist, können Beschwerden wie Atemnot, die durch das Einwachsen des Tumors in die Luftröhre bedingt sind, gelindert werden. Dazu können Metallgitter-Röhrchen (Stents) in die Luftröhre geschoben werden, um diese offen zu halten oder die Tumormasse wird mittels Laser oder Bestrahlung von innen (endoluminale Brachytherapie) verkleinert. Häufig finden sich bei Lungenkrebs Knochenmetastasen, die Schmerzen verursachen. Diese können mit speziellen Medikamenten oder nuklearmedizinischen Methoden behandelt werden.
Was können Sie selbst tun, um das Risiko zu vermindern? HÖREN SIE AUF ZU RAUCHEN! Mit steigendem Zigarettenkonsum nimmt das Lungenkrebsrisiko zu, von einem 8fachen Risiko beim täglichen Konsum von 1 bis 14 Zigaretten auf das 25-fache Risiko bei einem Konsum von mehr als 25 Zigaretten pro Tag. Zum Aufhören ist es niemals zu spät! Je länger Sie Nichtraucher sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken.  Prognose  Wenn Lungenkrebs operiert werden kann, besteht prinzipiell eine vollständige Heilungschance. In manchen Fällen kann der Tumor, gerade wenn er weit außen in der Lunge sitzt, durch eine relativ kleine Operation entfernt werden. Dabei wird der Lungenanteil, in dem sich der Krebs befindet, entfernt. Sind keine Lymphknoten befallen, überleben etwa 60 bis 80 Prozent der Patienten die ersten fünf Jahre nach der Operation.

Entzündungen der Lunge und der Brusthöhle

Pneumonie (Lungenentzündung), Pleuraempyem (Eiteransammlung in der Brusthöhle), Tuberkulose, Bronchiektasen, Aktinomykose, Aspergillose, Lungenabszess

Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine krankhafte Überblähung der Lunge. Meist tritt es als Folge einer chronischen Bronchitis bei Rauchern ab dem 50. Lebensjahr auf. Sehr selten handelt es sich auch um einen angeborenen Enzymdefekt (Alpha-Antitrypsin-Mangel), der bereits bei Patienten unter 40 Jahren zum Emphysem führt. Daneben gibt es aber auch berufsbedingte Ursachen. Symptome sind Leistungsminderung, Atemnot, ein fassförmiger Brustkorb und chronischer Husten. Die Diagnose wird durch ärztliche Untersuchung, Lungenröntgen, Lungenfunktionstestung und Blutgasanalyse gestellt. Die Behandlung besteht aus Raucherentwöhnung, bronchienerweiternden Medikamenten, Sauerstoffgabe. Im fortgeschrittenen Stadium kann in ausgewählten Fällen durch eine sogenannte Lungenvolumsreduktion (LVRS) eine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden. Diese Operation wird zumeist minimal invasiv durchgeführt (Knopflochchirurgie).

Veränderungen des Lungen- und Rippfells

Pleuraerguss, Pleuraempyem, Pleuramesotheliom, Pleurakarzinose

Pneumothorax

Der Pneumothorax ist eine Ansammlung von Luft im Pleuraspalt, also zwischen den beiden Schichten des Lungenfells. Dadurch kommt es zu einem teilweisen oder kompletten Kollaps eines Lungenflügels, d.h. eine Lungenhälfte fällt in sich zusammen. Zu einem Pneumothorax kann es spontan, nach einem Unfall oder auch nach medizinischen Eingriffen wie z.B. Puntkionen kommen. Am häufigsten ist der spontane idiopathische Pneumothorax, der ohne Vorerkrankung auftritt und meist junge, schlanke Männer betrifft. Die Behandlung erfolgt beim erstmaligen Auftreten durch Anlegen einer einfachen Lungenhöhlendrainage (Bülaudrainage), bei einem erneuten Auftreten (Rezidiv) wird ein operativer Eingriff empfohlen. Zumeist genügt ein minimal invasiver, thorakoskopischer Eingriff (Knopflochchirurgie).

Trichterbrust

Diese Deformität des Brustkorbes wird wahrscheinlich durch eine Fermentstoffwechselstörung des Rippenknorpels verursacht. Häufig findet sich eine familiäre Belastung. Diese Veränderungen korrigieren wir heute ebenfalls auf minimal invasivem Weg (Knopflochchirurgie) mittels Operation nach Nuss, bei dem für einen gewissen Zeitraum eine stabilisierende Metallschine eingeführt wird. Wegen der Elastizität der Thorax liegt der ideale Zeitpunkt für den Eingriff kurz vor der Pubertät, kann aber auch noch im Erwachsenenalter durchgeführt werden. Die seitlich gelegenen Narben sind kaum sichtbar..

Tumoren der Thoraxwand

Gutartige: Fibrome, Lipome, Granulome
Bösartgie: Sarkome, sekundäre (Rezidive v.a. bei z.B. Mammakarzinom)

Angeborene Fehlbildungen der Lunge

Bronchogene Zyste, Kongenitale Bronchusatresie, Lungendysplasie, Lungenzysten, Arterio-venöse Malformationen, Lungensequester
Die Behandlung dieser Fehlbildungen besteht je nach Symptomatik in der chirurgischen Entfernung der betroffenen Veränderung oder des betroffenen Lungenanteils. Idealerweise sollen die Operationen so früh als möglich, manchmal sogar schon im Säuglingsalter erfolgen.

Thoraxtraumen

Lungenkontusionen, Einrisse von Lungenparenchym, Trachea, Bronchien, Speiseröhre, Hämatothorax (Blutung in die Pleura), traumatischer Pneumothorax